Die Sternenkinder im Garten der Möwe

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Die Sternenkinder im Garten der Möwe

 

Schon vor zwei Jahren wurde mit der Planung und Pflanzung des Grabfeldes begonnen. So wurden im Herbst 2004 über 1000 junge Pflanzen gesetzt, um den Garten der Möwe zu gestalten.

Die Anlage stellt eine Strandszene dar. Am Strand (Waldsteinia ternata) steht ein Teddybär (Buxus sempervirens). Dieser hat gerade einen Ball ( buxus sempervirens) in die Wellen des Meeres (Buxus sempervirens ’Blauer Heinz’) geworfen. Nun sieht er ihm hinterher wie er im Abendrot ( Gerananium biokove und Heuchera micranta ’Palace Purpel’)davon treibt.

So muss der Teddy Abschied nehmen von seinem Ball und ihn ganz dem wachsamen Augen der Möwe überlassen.

So wie wir Menschen Abschied nehmen müssen von unseren Sternkindern, die als funkelnde Sterne über dem Meer erhalten bleiben, wenn ein Kind sehr früh von uns geht.

Wir hoffen so mit dem Garten der Möwe einen würdigen Ort für unsere Kleinsten geschaffen zu haben.

 

Damit Eltern unbeschwert trauern können und sich keine Gedanken über die Grabpflege machen müssen, wird die Grabanlage liebevoll von unseren Gärtnern gepflegt. Diese Grabpflege ist in den Grabnutzungsgebühren schon mit enthalten.

Geht ein Kind so früh von uns, das es keiner Bestattungspflicht unterliegt, findet die Bestattung ohne Gebührenberechnung statt.

Mit der kostenlosen Beisetzung möchten wir dafür sorgen das Mütter immer eine Möglichkeit haben Ihre Kinder beizusetzen.

Um die Kosten für diese Beisetzungen aufbringen zu können, freut sich der Friedhof über jede Spende.

 

Die Stele für das Grabfeld ist ein alter restaurierter Stein vom Rahlstedter Friedhof. Auf ihr steht für jedes Sternenkind eine Zeile zur Verfügung. Diese Zeile können die Eltern frei ohne jede Vorgabe gestalten. Auch Eltern, die ihr Kind nicht bestatten konnten, können auf dem Stein eine Zeile gestallten. So könne Sie im Garten der Möwe ihrer Kinder gedenken.

 

Bisher haben wir 6 Sternenkindern im Garten der Möwe eine letzte Ruhestätte geben können. Unter der schützende Pflanzendecke können noch 30 weitere Kinder Ihre Ruhe finden.

 

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Pressestimmen

Wochenblatt vom 12.07.2006

Taspo vom 21.07.2006

Andacht Pröpstin Baumgarten

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe an diesem Ort zu diesem Zweck versammelte Gemeinde,

 

ich begrüsse Sie an diesem Gräberfeld für Kinder, die in der Schwangerschaft gestorben sind, an einem Ort, an dem die Trauer der Eltern und Familien Gestalt gewinnen darf. Es heisst Sternenkinder im Garten der Möwe, real und doch fern, vertraut und doch getrennt, das Leuchten in der Nacht eines gestorbenen Planeten. Lassen Sie uns das Lied singen, das zu diesen Bildern passt, was als Abendlied für Kinder gesungen wird, aber kein Abendlied ist.

 

wir sind hier, um ein Grabfeld einzuweihen, von dem wir uns wünschen würden, dass es nie gebraucht werden würde. Aber wir wissen, dass dieser Ort als Grabstätte für in der Schwangerschaft gestorbene und totgeborene Kinder als ein Ort für Trauer gebraucht wird. Es heißt in unserem Staat, es gibt keine Pflicht, ein Kind, das weniger wiegt als 500 Gramm, zu bestatten. Aber gibt es auch kein Recht? Bin ich erst Mensch ab 501 Gramm?

 

In unserer Gesellschaft wird der Tod nicht als das Ende von Leben verstanden, sondern als eine Niederlage in einem Kampf, der nur mit einem Sieg enden darf und den wir Menschen verloren haben. Diese Niederlage ist nicht eingeplant und eher ein Fehler, der vorgekommen ist, sie wird ausgegrenzt, verschämt verschwiegen. Die, die diese Niederlage verarbeiten müssen, werden damit allein gelassen, fast stigmatisiert, man macht lieber einen Bogen um sie. Noch unverständlicher ist der Umgang mit dem Tod, der in der Schwangerschaft eintritt. Als ob es kein menschliches Leben gegeben hätte, werden diese toten Kinder entsorgt und die Eltern mit dem Verlust, dem Vakuum, der Trauer allein gelassen. Dabei ist dieses neue Wesen so real, wie alle sichtbaren und anfassbaren Menschen rundum.

 

Es war jedes Mal ein unendliches Glücksgefühl für mich, zum ersten Mal im Ultraschall das Pulsieren des Herzchens beobachten zu können, eine tiefe Dankbarkeit und Glück, die erste Bewegung spüren zu können. Von Anfang an geschieht Kommunikation mit diesem wachsenden Kind, es ist Person, Vorfreude und Neugier, Übernahme von Verantwortung und Lebensplanung bestimmen Verstand und Gefühl. Und das Gott sei Dank bei fast allen  Schwangerschaften. Wenn das plötzlich zu Ende ist, entsteht ein Vakuum. Es braucht den Abschied von diesem nicht weiter leben könnenden Kind, es braucht den Abschied von all den Träumen und Vorstellungen der Eltern, es braucht einen Ort für die verlorene Liebe, damit sie wieder gefunden werden kann. Dies hier ist ein Ort dafür und insofern bin ich dankbar, dass es ihn gibt.

 

Hier soll deutlich werden und gelten, was Gott durch den Propheten Jesaja gesagt hat: So spricht Gott, der dich geschaffen hat, fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen, wenn du durch Feuer gehst, sollst du nicht brennen und die Flamme soll dich nicht versengen, Denn ich bin Gott, dein Heiland. So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir.

 

Ich möchte ein Gebet sprechen, das wir gemeinsam mit dem Vater Unser beschließen:

 

Gott, in dir ist der Anfang und das Ende geborgen. Wir verstehen nicht, warum das Ende kommt, ohne dass Leben sich entfalten kann. Wir bitten dich, hilf uns, den Eltern und Familien, den Tod annehmen zu können  Du willst abwischen  alle Tränen von unseren Augen. Wir geben die Kinder, die hier ruhen werden und ihre Familien in dein Erbarmen, in deine Geborgenheit. Lass bei aller Trauer und allem Leid die Hoffnung an diesem Ort wachsen und stärker sein als der Tod.

 

  • Vater unser im Himmel,
  • geheiligt werde dein Name.
  • Dein Reich komme.
  • Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
  • Unser tägliches Brot gib uns heute.
  • Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
  • Und führe uns nicht in Versuchung,
  • sondern erlöse uns von dem Bösen.
  • Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
  • Amen.

 

Wir haben Gottes Wort gehört und zu ihm gebetet. So sei nun dieses Grabfeld unter den Schutz und Segen Gottes gestellt, im Namen + des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen